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Escursioni - NASA-Tour
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Die hellste Nacht meines Lebens - der Start der Artemis 1 
Erlebnisbericht vom Start der Artemis 1 - Rückkehr zum Mond
17.11.2022 von Ralf Heckel

Fotos Cosmas Tagebuch  Rovernauts Startberichte  Raumfahrt Concret  Werner-Heisenberg-Gymnasium

launchDie 8 Busse am Boarding Areal warten schon mit laufenden Motoren. Die Schlange ist noch kurz. Jene die noch ein Badge vom letzten Startversuch haben, dürfen sich gleich anstellen, andere müssen noch zum NASA-Office an der Seite. Neben uns steht der ESA-Astronaut Thomas Pesquet. Er flog mit Sojus und der Dragon von SpaceX zweimal zur ISS und verbrachte 396 Tage im All. Alles geht ruhig ab. Es ist bereits dunkel und mit 27 Grad noch recht warm.

2 Busse in schwarz fahren auf. Es sind die VIP-Busse. Sie wurden extra für diesen Tag hergerichtet. Auf einem ist groß das Artemis-Logo zu sehen auf dem anderen ist die Rakete aufgedruckt. Wir sind die einzigen die sich heute vor diese Busse trauen und ausgiebig Fotos machen. Eines davon erscheint am Tag danach auf der Frontseite der Leipziger Volkszeitung. Ein besseres Teamfoto war im Dunkel dieser Nacht nicht zu machen. Ich habe viel versucht, sogar mit einem manuell gesteuerten mobilen Blitz aus dem Handgelenk, Langzeit-Serienbelichtung und etlichen Objektiven. Nichts ist scharf geworden, weil entweder jemand durch das Bild gelaufen ist oder Jesco gähnte.

Schubweise rückt die Schlange in Richtung Busse. Inzwischen ist sie lang hinter uns und reicht über den Parkplatz. Wir bekommen den Bus 346 und nach einem ausgiebigen Durchzählen aller Insassen mit Meldung an die Zentrale geht es auch schon los durch die Nacht. Sehen kann man nichts da die Scheiben der Busse für die Tagestouren bei heller Sonne stark abgedunkelt sind. Dafür wird Innen das Licht angelassen.

boarding

afterboardingDie Tribüne am Banana Creek und der Parkplatz sind noch leer. Der Countdown zeigt T -3:08 Stunden an. Wir suchen dieselben Plätze wie vor 10 Wochen auf und ich richte die Kameras ein. Die Schüler sind mit ihren Handys beschäftigt und unsere Instagram-Managerinnen machen schon fleißig Videos.

Die SLS-Rakete steht hell bestrahlt am Horizont, ruhig und leicht dampfend. Sie ist bereits befüllt. Das ist ein gutes Zeichen. Nur noch 3% Wasserstoff fehlen. Wieder lodert die Flamme hinter dem Startturm und es werden damit die siedenden Gase in sicherer Entfernung abgefackelt. Im Gegensatz zum ersten Startversuch sind nun alle Besucher entspannt bei diesem Anblick. Ein Großbildschirm zeigt die Abläufe vor Ort und Moderatoren erklären was nun kommt. Live-Schaltungen zu allen Partnern von Houston bis Bremen zeigen die Größe des Projektes.

SLS1SLS02Dann der Schock, ein Leck! Das RED TEAM fährt mit 2 Autos direkt vor die dampfende und vollbetankte Rakete. Es steigen 3 Personen aus, 2 Ingenieure und ein Sicherheitsmann. Riesig erscheinen die Triebwerke und darunter laufen die drei nun in weißer Kleidung und mit Helm herum, klettern in den Startturm. Was würde ich darum geben nun auch dort zu sein, unter dem dampfenden und zischenden Monster welches zum Mond fliegen wird. Ein Funke und alles ist weg. Bis heute wusste ich nicht, dass in einem solchen Moment überhaupt Menschen so nah ran dürfen. Offensichtlich aber machen sie ihren Job gut. Dann befestigte Bolzen meldet wieder ein „GO“. Aufatmen.

sls01SLS04Während der letzten halben Stunde bleibt der Countdown auf -10 Minuten sehen. Nun fragt die Flugleiterin alle einzelnen Abteilungen ab und verlangt ein GO. Jede Antwort, die ein GO ist, wird vom Publikum auf unserer Tribüne beklatscht und bejubelt. Bei einem Platz schien man sich noch nicht sicher. Es kam 3-mal keine Antwort, bis dann doch schließlich das GO deutlich zu hören war. Großer Jubel. Die Unruhe im Publikum steigt mit der Aufregung.

Jedem hier wird nun bewusst, dass sie Zeitzeugen einer neuen Geschichte werden. Man wird sie später in ein Davor und ein Danach einteilen. Noch wissen viele nicht, was sich wirklich hinter diesem ersten Start verbirgt, welche Tests nun folgen und was sie in Zukunft beeinflussen. Dass diese Rakete einmal eine ganze Raumstation im Mondorbit zusammensetzen wird und damit das Gateway für ständige Basen auf dem Mond bildet, das wissen nur Eingeweihte hier.

T -15 Sekunden, „Free for ELS“
T -10 Sekunden, „Here we go!“
T -7 Sekunden, es wird rückwärts gezählt und alle zählen mit, auch der kleine Jesco
T -4 Sekunden, die 4 Haupt-Triebwerke zünden und fahren mit einer Wolke hoch
T -1 Sekunde, die Haupt-Triebwerke laufen auf Höchstleistung
T 0 ein Funken schnellt von oben durch die Solid Rocket-Booster und zündet sie,

Ab nun gibt es kein Zurück mehr! Eine Schockwelle lässt den Boden erzittern und das Wasser im Banana Creek rau werden.

Mit einem großen Blitz schießen riesige gleißend weiße Flammen aus den beiden Boostern und geben sofort Schub. Mehrere Haltebolzen zwischen der Rakete und dem Startplatz reißen durch und die Rakete hebt ab. „We have a liftoff!“

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Noch aber ist ansonsten alles ruhig. Langsam hebt sich der Koloss vom Gewicht eines Schlachtschiffes mit 2800 Tonnen in die Höhe. Das ist ein Drittel des Gewichtes des Eifelturms. Das Licht wird immer heller und blendet. In großer Geschwindigkeit breiten sich weiße Wolken rechts und links am Boden aus. Hier verdampfen gerade über eine Millionen Liter Kühlwasser. Während die Rakete den Startturm verlässt, schwenken sie die Haupttriebwerke von ihm weg. Beim Verlassen des Turmes beginnt das Bahnmanöver. Von alledem ist aber nichts zu spüren. Die Zuschauer brüllen und schreien unablässig, einige halten ihre Handys vor das Gesicht, während die Rakete Geschwindigkeit aufnimmt. Sie blendet wie eine Sonne und andere halten sich die Hand schützend vor die Augen.

back01back02Mit einem Rumms und einem Windstoß rollt die Druckwelle von der Zündung 15 Sekunden danach über uns alle hinweg. ERDBEBEN! In diesem Moment hat die Rakete bereits eine Höhe von ihrer etwa 10-fachen Länge erreicht und sie wird immer schneller. Das Gebrüll erstickt im nun auf uns niederdonnerndem Schall. Mit Hyperschallgeschwindigkeit treten die Gase aus den Triebwerken aus und durchbrechen dabei ständig die Schallmauer. Dieses unablässige Knattern geht durch Mark und Bein. Es wird ohrenbetäubend und ist ein Ton wie hunderte schnellfeuernde Kanonen. Der ganze Körper vibriert und die Tribüne wackelt. An allen Enden rasselt das vernietete Aluminium dieser Konstruktion.

Inzwischen ist die Rakete schon sehr hoch. Sie erleuchtet das ganze Cape Canaveral taghell. Man muss die Augen zukneifen. Am Tag danach berichten mir Einwohner aus dem 30 km entfernten Cocoa, dass sie noch nie einen so hellen Start gesehen hätten. Noch nie hätten deren Fensterscheiben derart gewackelt.

jescolooklaunchpadUnten auf dem Startplatz wabern noch die Wasserdampf-Wolken von den 1 Millionen Litern Wasser. Es wird nun dunkel dort. Nur noch das Nachglühen der heißen Abgase aus den SRB´s ist in der Mitte zu sehen. Gelb und rot glüht die Aluminiumasche nach, welche uns vor 16 Jahren noch die Haut brennen ließ, als eine dieser Wolken vom Wind auf die Zuschauer zugetragen wurde. Mystisch wirbelt diese Wolke nun um die Blitzableiter herum, während sich das Drumherum wieder in schwarz hüllt und eine langsam länger werdende schwarze Rauchsäule aus ihr heraus in den Himmel zeigt. An deren Ende flackert eine helle Flamme wie von einer Wunderkerze. Von ihr gehen bei zusammengekniffenen Augen auch Strahlen aus.

Inzwischen scheint die Artemis von unserer Position aus die Gipfelhöhe erreicht zu haben. Sie hängt wie eine Lampe auf einem riesigen schlanken Ständer aus Rauch über der gesamten Region und erhellt sie. Selbst die feuchte Luft wird hell, heller als die schwarte Rauchsäule unter ihr. Das Licht aber wird fahl und wirft scharfe lange Schatten. Der Donner ebbt ab. Die Rakete ist nun nur noch ein flackernder kurzer Strich und schwenkt scheinbar im Bogen nach unten mit direktem Kurs auf den unter ihr verweilenden Halbmond. Dieser liegt auf dem Bauch und scheint sie wie eine oben offene Schale auffangen zu wollen.

slscompletesls-seperationLangsam tritt Ruhe ein. Artemis 1 hat die Atmosphäre weitestgehend verlassen. Es wird schnell dunkel. Gebannt schaut alles dem lodernden Lichtpunkt hinterher. Die Kommentare an den Lautsprechern sind wieder zu verstehen. „T +2:12 min, SRB-seperation“ Ein Klatschen geht durch die Runde während sich der Lichtpunkt am Himmel in 3 kleinere Punkte aufteilt. Die beiden Feststoffraketen haben sich getrennt und entfernen sich vom Mittelpunkt. Dieser ist nur noch sehr schwach. Es sind die 4 Haupttriebwerke die schon beim Space Shuttle den Schub leisteten und nun die sich leerende Rakete auf Maximalschub beschleunigen. Es folgen nun 6 Minuten einer ruhigen aber stetig steigenden Beschleunigung und Belastung auf bis zu 3G. Die Struktur der sich leerenden Tanks im Hauptantriebsblock ächzt jetzt vor Belastung. Ganz oben auf der Röhre sitzt das Raumschiff „Orion“. Wäre die Astronautin Helga da drinnen nun kein Dummy, dann würde sie jetzt lange Backen bekommen und sich freuen. Hier materialisiert nun die Formel aus dem Physikunterricht F=m*a (Kraft ist gleich Masse mal Beschleunigung). Die Masse nimmt bei sich schnell leerenden Tanks ab und bei gleichem Vollast-Schub erhöht sich kongruent dazu die Beschleunigung.

seperationDie Stimmung auf der Tribüne löst sich in anerkennende und staunende Töne. Die gesamte Beleuchtung ist ausgeschalten, damit wir den sich langsam entfernenden Punkt verfolgen können. Er fliegt links am Mond vorbei und steuert auf den Horizont nach unten zu. Bei den Kommentaren passiert erst einmal nicht viel. Der Großbildschirm ist aus, um den Moment genießen zu können. Nun wieder Klatschen. Die Hauptstufe wurde erfolgreich getrennt. Das Pünktchen erlischt. Nun zünden die Marschtriebwerke des Blocks 3. Aber das ist nur noch ein Triebwerk und diese Flamme ist nicht mehr zu sehen.

Unsere Schüler können es immer noch nicht fassen. Sakurako hat die Hände im Gesicht und schaut durch die gespreizten Finger, als wolle sie noch eine Weile in der alten Zeit verharren. „Wow“ „Amazing“ „Wahnsinn“ sind die Worte die ich nun vermehrt höre. Die Beleuchtung wird wieder angeschaltet.

finaleWillkommen neue Welt! Das 2. Mondzeitalter hat angefangen und wir waren als einzige unserer Länder und Altersklassen dabei. Bis zu Artemis 2 werden wir mit diesen 6 SchülerInnen im Rahmen mehrerer Weltreisen dieses Erlebnis und seine Botschaft in die Schulen rund um den Globus tragen und die multinationale Artemis-Generation mit formen.

Dazu wird es auch einen neuen Nachwuchswettbewerb in Europa geben, der politisch unabhängiger, zukunftsorientierter und multinational ausgewogener ist, als alles was wir bisher kennenlernen und mitgestalten durften.

Team Attempt 1-2 (September 2022):
Jesco Heckel (8), Primary School, Germany
Tara Heckel (13), Secondyry School, Germany
Arthur Sommer (17), Highschool, Germany
Cosma Heckel (15), Highschool, Germany
Sakurako Kuba (27), Embry Riddle University, Japan
Valeria Vazquez Zafra (24), Tesla, Mexico
Abaham Vega (21), Tec Cuernavaca, Mexico
Ian Doring (19), Tec Cuernavaca, Mexico
Jorge Emiliano Turner Escalante (20), Tec Cuernavaca, Mexico
Sebastian Cruz (22), Tec Cuernavaca, Mexico
Daniela Espinosa (20), Tec Cuernavaca, Mexico

Team Launch:
Jesco Heckel (8), Primary School, Germany
Sakurako Kuba (27), Embry Riddle University, Japan
Valencia Jaco (11), Secondyry School, USA
Valeria Vazquez Zafra (24), Tesla, Mexico
Arthur Sommer (17), Highschool, Germany
Cosma Heckel (15), Highschool, Germany

special thanks to:
Yvonne & Ralf Heckel (spaceeducation.de)
David Suarez, Tec Cuernavaca, Mexico
Prof. Dr.Jesco von Puttkamer (1933-2012)
Dr. Alotta Taylor (NASA-HQ)
Shera McNeill (NASA-HQ)
James Free (NASA)
Barbara Zelon (NASA)
William (Bill) Readdy (Discovery Partners)

thanks to our sponsors:
Space Hotel Leipzig
Beachside Hotel & Suits, Cocoa Beach
Motel 6, Cocoa Beach
Gregorys Steak & Seafood, Cocoa Beach

Weblinks:
more Fotos: https://www.flickr.com/photos/spaceeducation/collections/72157721010554041/
more videos: (playlist Artemis 1)
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Student Space Blog: https://www.spaceeducation.de/en/student-reports/89-2022-artemis-1.html?layout=default

Press:
Leipziger Volkszeitung
Raumfahrt Concret

This educational travel and excursion was managed by International Space Education Institute Leipzig/Germany.

 
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