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Exkursionen - NASA-Tour

Von „Return to Flight“ zu „Return to the Moon“
Epochenwechsel nach 20 Jahren SpaceEducation
von Ralf Heckel

Fotos Cosmas Tagebuch  Rovernauts Startberichte  Raumfahrt Concret  Werner-Heisenberg-Gymnasium

sts121artemisvideoGestern Nacht um 1:47 Uhr startete Artemis 1 als hellste Rakete aller Zeiten in Richtung Mond. Ich war mit einer Handvoll Schülern aus 3 Kontinenten dabei. Sie alle ringen derzeit nach Worten und versuchen ihre Erlebnisse aufzuschreiben. Das ist gar nicht einfach. Es war ihr erstes Starterlebnis einer Riesenrakete. Das ganze Jahr 2022 auf Standby, zwei transatlantische Reisen, en abgesagter Startversuch wegen Hurricane Ian, Vorträge auf dem 37. Tag der Raumfahrt, durchwachte Nächte nach langem Flug und Nacharbeiten des Schulstoffs, Jetlag und Aufregung versetzten alle in eine Trance, die dem Gefühl gleicht, als wäre man ein Tiefseeboot.

Aber das ganze geht 20 Jahre zurück. Im Herbst vor genau 20 Jahren rief Professor Dr. von Puttkamer an und sagte: „Ich in gerade in Leipzig und wenn Sie wollen, können wir uns treffen.“ Frisch verliebt mit Yvonne kamen wir in das Hotel Fürstenhof und hörten uns an was der Professor zu sagen hatte. „Wir bauen demnächst die ISS aus und dafür brauchen wir die Jugend, den eines Tages wollen wir zurück zum Mond. Wenn Sie Ihre Sache gut machen und sich von diesem Ziel nicht abbringen lassen, dann verspreche ich Ihnen, dass Sie mit einer neuen Generation von Space Explorern dabei sein werden.“ Damals klang das zu fantastisch um wahr zu sein. Dennoch sollte es 20 Jahre dauern, bis dieses Versprechen im Gegenzug solider Nachwuchsarbeit um den ganzen Globus wahr werden sollte.

Schritt für Schritt setzten wir die Ideen des Professors um bis dann im Gegenzug auch von ihm Tore bei NASA geöffnet wurden. Das erste Startfenster öffnete sich drei Jahre später mit einer Einladung zum Shuttlestart am Cape Canaveral. „Return to Flight“ nannte man den Flug der Discovery die als erstes Space Shuttle nach dem Absturz der Columbia den Flugbetrieb wieder aufnahm. Pilotin Eileen Collins läutete damit auch das Weltraum-Zeitalter der Frauen ein. Seitdem wurde die Raumstation ISS ausgebaut und vor 10 Jahren flog der letzte der stolzen Schwäne. Wir sahen 3 Starts und eine Landung zumeist mit Schülern im Schlepptau. Wir stellten das erste internationale Team auf der NASA Roverchallenge, holten Preise und begeisterten mit aufwendigen Reisen durch die Welt tausende Schüler aus denen wiederum hunderte Teams hervorgingen. Alles immer mit den Worten des Professors: „Ihr müsst Trailblazer sein und Verantwortung für die Nachfolgende übernehmen!“ So geschah es bis zum 50. Jahrestag von Apollo 11, mit dem 3. Weltmeister-Titel. Unsere stärksten Teilnehmer sind die Mädchen. Sie sitzen vorn auf dem Pilotensitz, nicht nur bei der Roverchallenge.

Die Astronautinnen aber zogen auch an Bord der ISS ein, man diskutiert über die erste Frau auf dem Mond und in der Orion-Kapsel nun sitzt „Helga“, ein Astronauten-Dummy aus Deutschland. Astronautin Pamela Melroy, mit der wir 2005 noch gemeinsam ein und dasselbe Hotel bewohnten, ist heute stellvertretende NASA-Administratorin. Deshalb sind auch heute mehr Mädchen als Jungs mit mir am Banana Creek, fiebern der startenden Rakete hinterher und hören den Anweisungen der ersten Flugleiterin der Geschichte zu, Frau Charlie Blackwell-Thompson.

campusobservatoryYvonne und ich haben in den letzten 20 Jahren und besonders zwischen diesen beiden Starts nicht nur einen Campus aufgebaut der exakt für diese Artemis-Generation (junge Leute im Gegensatz zur heute sich im Rentenalter befindlichen Apollo-Generation) geschaffen ist, sondern haben neben den eigenen 3 Kindern weitere ca 300 internationale Schüler auf diesen Weg gebracht. 2 von ihnen sind heute mit uns dabei. Es sind 2 junge Frauen, beide Ingenieurinnen. Die eine, Valeria (24), ist inzwischen bei Tesla Ingenieurin und arbeitet am Cybertruck. Die andere, Sakurako (27), ist nun Pilotin und Ingenieurin. Sie zielt auf eine Astronautinnen-Karriere bei ihrer Heimatagentur JAXA. Andere sind Raumfahrtingenieure geworden, Unternehmer, Manager, Lehrer oder gute Handwerker. Jasleen aus Indien arbeitet inzwischen bei Boeing in Houston. Firine, die Pilotin unseres NASA Roverchallenge-Gewinnerteams von 2019 im 50. Jahr von Apollo 11, studiert seit diesem Jahr Raumfahrtingenieurwesen an der TU-Delft.

ilafreeNun nach der Pandemie starten wir mit einer ganz neuen Generation durch. Deshalb sind Cosma (15) und Arthur (17) dabei als Vertreter der Highschools die ihre Erlebnisse bewusst weitergeben können. Das haben beide schon hervorragend getan, letzte Woche am 37.Tag der Raumfahrt, vor dem NASA Associated Administrator des Artemis-Programms, James Free. Wir planen nun mit ihnen bis 2026 mehrere Welt-Tourneen durch zahlreiche Schulen im Rahmen eines eigenen Botschafter-Programmes ähnlich Work & Travel für Raumfahrt. Da sind Partner in 30 Ländern auf unserer Liste abzuarbeiten. Als kleinste Vertreter haben wir Jesco (8) und Valencia (11) dabei. Sie geben ihre Erlebnisse spielerisch in den Grund- und Sekundarschulen weiter.

Das alles sind Ergebnisse vor denen man sich nicht verstecken muss, so steinig dieser Weg auch war und so viele Rückschläge es auch gab. Sie sind das Ergebnis solider Arbeit bei der nicht gekleckert werden darf. Und wie bei allen erfolgreichen Bemühungen, haben unsere auch schon ihre Neider. Aber dazu später. Ich sehe dies als Herausstellungsmerkmal und Auszeichnung von Leuten die vor der Notwendigkeit „den schweren Weg gehen zu müssen“ kapitulieren. Unser einstiger Gastgeber von 2005, der damalige Astronaut und Administrator der bemannten US-Raumfahrt, Bill Ready, ist heute noch unser Berater im Rücken.

Jetzt aber sitzt unsere kleine 4-köpfige Gruppe im Beachside Hotel von Cocoa Beach und schreibt die Erlebnisse des gestrigen Tages auf. Auch ich versuche mich darin.

Weblink:
Erlebnisbericht aus 2005 „Return to Flight“, damals im Radisson Cocoa Beach entstanden



 

 
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Exkursionen - NASA-Tour

Unterwegs in der größten Luft- und Raumfahrt-Universität der Welt
14.11.2022, Arthur Sommer & Cosma Heckel

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Heute haben wir die Embry Riddle Universität besucht, um selber ein Gefühl für unsere Zukunft zu bekommen. An dieser studierte bereits Jasleen Josan Kaur und studiert aktuell Sakurako Kuba. Beide sind ehemalige Schülerinnen unserer Schule und nun Vorbilder für uns.

erau01campusMitten in der Nacht schepperte es plötzlich bei uns im Zimmer. Eine Getränkedose ist vom Regal gefallen. Da es nicht mehr allzu lange bis zum Sonnenaufgang war, entschieden wir uns diesen anzuschauen. 6.44 Uhr sollte es soweit sein, jedoch verdeckte eine dichte Wolkenschicht am Horizont die ersten Sonnenstrahlen. Das machte uns jedoch nichts, da sie nach ein paar Minuten hinter den rot-orange gefärbten Rändern der Wolken hervorkam.

Passend zum Frühstück trafen wir im Zimmer ein. Einige Minuten später begrüßte uns die Hotelmanagerin mit ihrer Tochter. Valencia ist 11 Jahre alt und ebenfalls von Raumfahrt begeistert. Deswegen haben wir gestern beim Einchecken ausgemacht, dass wir sie heute mitnehmen können. Als Dank gab uns ihre Mutter ein größeres Zimmer, da wir bis jetzt auf relativ engem Raum wohnten. Das ist sehr nett von ihr.

erau02Kurz nach 9 Uhr setzten wir uns in das Auto und fuhren für eine gute Stunde in Richtung Norden nach Daytona. Als wir am Campus der Embry-Riddle Aeronautical University ankamen, sah alles sehr neu und modern aus. Ralf meint, er konnte kaum etwas wiedererkennen im Vergleich zu vor 4 Jahren. Auch wenn es dort viele riesige Parkflächen für die vielen Studenten gibt, mussten wir eine Weile suchen, bis wir einem freien Platz fanden. Nun begaben wir uns zum Welcome Center der Uni, in dem wir auf Sakurako Kuba warteten. Sie lernt hier und hat sich bereit erklärt uns neben den normalen Touren zu begleiten, sowie mehr Einblicke zu ermöglichen. 

Sie verspätete sich durch ein Meeting und den überfüllten Parkplätzen etwas, doch schließlich kam sie durch die Tür. Jetzt konnten wir loslegen. Unsere Guides waren die Studentinnen Caroline und Madison. Beide lernen hier für Homeland Security. Caroline speziell im Bereich Terrorismus und Kinder.

Nach einem kurzen verbalen Überblick über den Campus geht es 11.40 Uhr in das Ingenieurgebäude, welches auf der anderen Straßenseite des Welcome-Centers liegt. Dort konnten wir viele Kursräume, Clubbereiche und mehr sehen. Hier kann man unter anderem Bauwesen-, Elektro-, Computer-, Maschinenbau-, Physiologie,- Softwareentwicklung und Raumfahrtingenieur lernen. Wir schauten in vereinzelte Klassenräume und ließen uns etwas über den Raketenclub, sowie den Eco-Car Wettbewerb erzählen. Es ging vorbei an dem lokalen Supercomputer, dem Winkanal, IT- Seminarräumen, Werkstätten, Materiallagern und Ausstellungsräumen bis wir vor einem Beton Modellflugzeug anhielten. Caroline erklärte uns die Komplexität des Baus und dass die leichten Varianten des Betons besonders effizient und stabil sein können, wenn man sie richtig verarbeitet.

Inside of the Engeneering College.

Erstaunt verließen wir das Gebäude und liefen über den Campus zum College of Arts and Science, welches durch das runde Observatorium auf dem Dach besonders auffällt. Dieses Gebäude hat das größte Teleskop im Südosten der USA mit 1m Durchmesser Spiegel. Dort werden unter anderem Astronomie, angewandte Mathematik, Physik und Social Studies gelehrt. Zwar sind wir leider nicht in dieses Gebäude gegangen, jedoch war zu erkennen, dass viele Studenten diese Kurse besuchen, denn die Skateboard Ständer vor dem Eingang waren voll belegt. 

Kurze Erklärung: Da der Campus flach und großflächig ist, bewegen sich die meisten Studenten mithilfe von (Elektro-)longboards oder (E-)scootern fort. Um diese vor dem Eingang zu sichern, gibt es auch Skateboard- statt Fahrradständern. 

Das Campusgelände war gut gefüllt, genauso wie das Union Center, welches unser nächster Stopp war, da gerade eine Pause begonnen hatte. Dieses Gebäude befindet sich in der Mitte des Campus und ähnelt außen sowie Innen einem futuristischen Raumschiff. Nach dem Haupteingang befindet man sich in einer Mensa. In der Mitte des Saales kann man hoch zum gläsernen Dach blicken. Geht man die Treppen hoch, findet man einen Lernbereich mit offenen, aber auch privaten Räumen für die Studenten. In der dritten Etage befindet sich eine große, mit schalldichten Gläsern ausgestattete Bibliothek. Hier endete bereits unsere Tour. Wir verabschiedeten uns von Madison und Caroline und setzten uns in die Mensa. 

Inside of the Student Union Center. (copyright: International Space Education Institute)

Nach einem Mittagessen liefen wir nun mit Sakurako zum Aviation Maintenance Gebäude, welches sich direkt neben dem Flugplatz der Uni befindet. Dieser gehört zum Daytona Beach International Airport, was wir ziemlich beeindruckend finden. Auf der Dachterrasse, durch die man den ganzen Flugplatz mit den regelmäßig startenden kleinen Cessnas, aber auch großen Maschinen, überblicken kann. Nicht weit weg, hinter dem Flugplatz, sahen wir den Daytona International Speedway. Dort werden die weltweit bekannten Nascar Rennen ausgetragen. 

Plötzlich erklang mit freundlicher Stimme in bekannter Sprache ein "Hallo ihr, ihr kommt ja auch aus Deutschland!". Es war ein junger Austauschstudent aus Stuttgart namens Laurin. Er lernt hier, beziehungsweise auch in Deutschland, um Pilot zu werden. Seit August diesen Jahres ist er hier unterwegs und hat scheinbar schon viele gute Erfahrungen gemacht. Wir sind noch ein wenig mit ihm zusammen gelaufen, bis es zu unserer 14 Uhr Aviation Tour ging. 

Meeting german exchange student Laurin at Aviation Maintenance Center. (copyright: International Space Education Institute)

Diese begann ebenfalls im Welcome Center, von dem aus wir einen kleinen Abstecher in die Student Union machten und schließlich das Aviation Maintenance Gebäude betraten. 

Dort besuchten wir beide Etagen des Gebäudes. Im Erdgeschoss befanden sich meist Lehr- und Materialräume. Neben Wetterstationen gibt es auch Fachspach-Seminare für internationale Studenten. Besonders ist uns der Höhentrainer (Hypoxietraining) aufgefallen, welcher jeder angehende Pilot mindestens 4-5 Mal bestehen muss. 

In der zweiten Etage befanden sich hauptsächlich Seminare und Simulatoren die sich mit Luftfahrtwissenschaften beschäftigten. Wir gingen an vielen Räumen vorbei, in denen gerade Vorträge gehalten wurden und Schüler lernten. Anschließend stoppten wir in einem Raum voller Bildschirme indem angehende Fluglotsen trainierten. Jamie stelle ein paar von ihnen vor und erklärte dass alle Abläufe, die auf den Bildschirmen gezeigt werden, live und real sind. Anhand dieser üben die Studenten ihre Fähigkeiten. 

Jamie talking about Tower Simulation at floor 2 in Aviation Maintenance. (copyright: International Space Education Institute)Jamie talking about Tower Simulation at floor 2 in Aviation Maintenance. (copyright: International Space Education Institute)

In der dritten und letzten Etage drehte sich alles ums Wetter. Gleich am Anfang befand sich ein Wetterstudio was mit einem Greenscreen ausgekleidet war. Dort werden die universitätseigenen Wettervorhersagen aufgenommen und intern geteilt. Es sind bereits viele bekannte Wettermoderatoren aus dieser Uni hervorgegangen, wie Jamie betonte. Im weiteren Verlauf des Ganges wurden Studenten im Thema Wettervorhersage, -Kartenlesen und -Berichten geschult. Dabei lernten auch wir das eine oder andere.

14:40 wechselten wir in die gegenüberliegenden Flight Operations. Von hier aus melden sich sie Studenten zu ihren Flugstunden an, werden gebrieft, erhalten Feedback und betreten das Flugfeld. Ebenfalls befindet sich hier der Kommunikations Tower der Universität, der natürlich auch von Studenten betrieben wird. 

Das Letzte, was wir uns anschauten war das Advanced Flight Simulation Center. Dort befinden sich zahlreiche, teilweise extrem fortgeschrittene Simulatoren, mit denen man zu jeder Tageszeit und jedem Wetter trainieren kann. Das macht sich sehr gut für Anfänger oder dem Trainieren mit Flug-Bedingungen bei Schnee, die es normalerweise nicht in Florida gibt. Für manche werden jedoch gewisse Fluglizenzen benötigt, um diese nutzen zu können. Denn auch wenn man schon fliegen kann, benötigt man mehr Fähigkeit um größere Flugzeugtypen steuern zu können. Wir schauten uns noch die weiteren Zimmer an, bevor wir auch dieses Gebäude verließen.

Teamphoto with Tourguide Jamie. (copyright: International Space Education Institute)Palm-Avenue at Embry-Riddle Universtity. (copyright: International Space Education Institute)Somit standen wir am Ende unserer Tour wieder auf der Palmenallee, die sich zwischen der Student Union und den soeben besuchten Fliegerausbildungs-Gebäuden befindet. Nach einem Foto mit Jamie neigte sich unser Besuch dem Ende. Vorher wollte sich Jesco noch unbedingt sportlich betätigen, weshalb wir ins nahegelegene Fitness Center des Campus gingen. Dort gibt es neben der typischen Fitnessstudio Ausrüstung noch mehrere Kletterwände, die sich über zwei Etagen erstrecken. 

Somit hatten wir alle großen Einrichtungen erkundet und machten uns nun auf den Weg zum Parkplatz. Anschließend fuhren wir zurück über die Interstate 95, einer große Autobahn vergleichbar mit der A4 aus Deutschland, zurück nach Cocoa Beach. Dort trafen wir erneut auf die Hotelmanagerin und verabschiedeten uns von Valencia. Ein wenig später kam Valeria Vazquez Zafra, die wir inzwischen erwarteten. Es war schön sie wiederzusehen.

Mit ihrer Ankunft und einem abendlichen Strandbesuch ließen wir den Tag ausklingen.

#rovernauts
#spaceeducation
#nasaartemis

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Webseite - Allgemein



Die derzeit mächtigste Rakete der Welt steht wieder auf dem Startplatz. Wir sind mit 6 Studenten aus 3 Kontinenten als NASA-VIP-Gäste vor Ort. In Kürze werden alle Erlebnsse hier veröffentlicht. Verfolgt auch unsere Accounts auf Facebook, Instagram Flickr und Youtube.

We are Going!
#nasaartemis

artemis1

 
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NASA Moonbuggy Race - Presse


Liebe Freunde der NASA Roverchallenge,

collage

wir haben im Jahre 2007 zusammen mit Prof. Dr. Jesco von Puttkamer das Tor des NASA Moonbuggy Races für internationale Teams geöffnet. Damals war die Internationale Raumstation ISS noch ganz jung und zeigt seitdem, dass internationale Zusammenarbeit sehr wichtig ist.

NASA und das NASA-Headquarter haben dies erkannt und deshalb wurden NASA-Wettbewerbe unter der Auflage der Kostenneutralität für internationale Teams geöffnet. Wir sind stolz darauf, diese Entwicklung ermöglicht zu haben, stolz darauf, dass bis heute mehr als 100 Teams mit uns diesen Weg gegangen sind. Stolz darauf eine Basis der Zusammenarbeit und des freundschaftlichen Wettbewerbs mit Euch und auch US-Teams gefunden zu haben. Denn Zukunft funktioniert nur gemeinsam. Die NASA Roverchallenge war seitdem für 10 Jahre ein Garant für Ehrlichkeit, Transparenz und Fairness.

In diesem Jahrzehnt geht es wieder zum Mond und es ist unsere Generation, die das realisieren wird. Deshalb ist internationale Zusammenarbeit und Kooperation noch wichtiger geworden, auch zur Verteidigung unserer demokratischen Freiheiten.

denialLeider aber limitiert die neue Leitung von HERC seit 2017 genau diese Zusammenarbeit einseitig und benachteiligt internationale Teams sowie die Kooperation mit US-Teams. Auch werden die besten internationalen Teams ohne transparente Gründe abgelehnt ohne die Möglichkeit auf einen ordentlichen Widerspruch mit Begründung. So geschah es bei unserem Team in den 3 letzten Jahren. Im letzten Jahrzehnt erreichten wir 3 erste Plätze und 4 weitere Podestplätze. Diese Ablehnung auch für 2020 ist Willkür und beschädigt den ehrlichen Wettbewerb. Die Meisten können sich nicht erklären warum das so ist. Wir haben uns mal die Mühe gemacht und all Ablehnungsgründe der Juri anhand unseres Proposals widerlegt. Eigentlich kann man solch eine Juri gar nicht mehr ernst nehmen.

artemis1

Wir sind der Meinung, dass solch ein Handeln nicht zukunftsfähig ist, ja sogar ein Verbrechen an unser aller Zukunft ist. Unsere Raumfahrtagenturen und Firmen arbeiten zusammen am SLS-Programm, dem Gateway und interstellaren Missionen. Wie soll diese Zusammenarbeit funktionieren, wenn bereits wir, die junge Generation, das nicht darf. Wir haben im Klimawandel noch mehr Probleme zu lösen als in der Spaceexploration.

Viele internationalen Teams haben Angst vor Repressionen (Ablehnung, Benachteiligung) durch die aktuelle Leitung der NASA Roverchallenge und sein Regelwerk, welches nicht mehr den internationalen Grundsätzen von Bildung und Nachwuchsförderung entspricht. Wir wissen, dass dies nicht die Umsetzung der NASA-Grundwerte ist, sondern eine regionale Willkür durch einen Veranstalter, der die Regeln internationaler Zusammenarbeit und Transparenz missachtet.

Deshalb richten wir uns nun gemeinsam mit einflussreichen Freunden aus der Raumfahrt an die NASA und auch andere Raumfahrtagenturen auf unserem Planeten mit dem Ziel eine nachhaltige Grundlage internationaler Zusammenarbeit, Networking, Förderung und Kooperation für unsere Generation zu erwirken.

Wenn Du mit Deinem Team daran mitwirken möchtest, dann bitten wir Dich das beigelegte Schreiben zu lesen und uns darüber zu informieren ob Ihr damit einverstanden seid.

Wir möchten Zukunft bewegen. We are going!

Downloads:
Bewerbung: https://www.spaceeducation.de/container/pdf/2022/proposal-rovernauts2023.pdf
Ablehnung: https://www.spaceeducation.de/container/pdf/2022/denied_ 2023-herc.pdf
Widerspruch: https://www.spaceeducation.de/container/pdf/2022/Widerspruch_Argumente-DE.pdf
Brief an US-Regierung: https://www.spaceeducation.de/container/pdf/2022/221019-Kentoko-DE.pdf
Artemis-Berichte: https://www.spaceeducation.de/schuelerberichte.html

 
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Exkursionen - VIP-Tours

Bericht vom SpaceX Start mit Starlink
5.9.2022, Cape Canaveral, Ralf Heckel

Fotos Cosmas Tagebuch  Rovernauts Startberichte  Raumfahrt Concret  Werner-Heisenberg-Gymnasium

Dim lights

Nach 2 Startabbrüchen und anstrengenden 2 Wochen haben unsere Schüler und Studenten einen Bonus verdient. Natürlich ist dieser Joker von Anbeginn im Ärmel. Heute gab es einen SpaceX-Start gratis.

Aber zunächst ist es wichtig die gemachte Erfahrung an der Schwelle einer neuen Hardware auch machen zu müssen und zu verarbeiten. Da fiel mir ein sehr guter Post von Jim McDade auf, der auch zum engen VIP-Kreis um diesen Artemis-Testflug gehört. Der schrieb, dass er einen Startabbruch als „Level 3 Erfolg“ wertet und dies umschrieb er so:

Level 1:     kompletter Missionserfolg
Level 2:     Während des Fluges geht irgendwas kaputt und die Mission kann nur teilweise ausgeführt werden oder
                   muss abgebrochen werden (wie bei Apollo 13 oder die erste Periode von Hubble)
Level 3:     ein Startabbruch mit dem Erhalt aller Hardware und auch Menschenleben

Ein Misserfolg ist erst der komplettverlust von Hardware und auch Leben (wie bei Challenger und Columbia oder den Privatunternehmen Scaled Composites, Antares 2014 oder SpaceX 2016).

Zum Level 1 und 2 haben es in der bemannten Raumfahrt bislang nur Apollo und die frühen sowjetischen Flüge vor Sojus geschafft. Auch der erste Testflug der Saturn V wurde von einem Triebwerksausfall in der 2. Stufe behindert, konnte aber durch längeres Brennen der verbliebenen Triebwerke erfolgreich abgeschlossen werden.

Verlustreich waren für NASA der Tod von 14 Astronauten durch 2 Space Shuttle Katastrophen. Diese waren möglich, weil Übermut zum Verlassen der eigenen Sicherheitsregeln führte, die bis dahin seit Apollo durch Wernher von Braun Standard waren. Daraus hat man gelernt und hat auch die zivile Raumfahrt bewusst aufgesplittet in einen wissenschaftlichen und einen privaten Zweig. In Russland gab es diese Erfahrung bei den ersten Sojus-Flügen auch. Eine Liberalisierung der Raumfahrt hat dort aber aus heute bekannten Gründen nie stattgefunden. Und inzwischen kann ich die Vorbehalte der Amerikaner für die Unterstützung russischer Raumfahrt-Technik wie in den letzten 2 Jahrzehnten auch gut nachvollziehen.

Seit 2005 wird das als COTS (Commercial Orbital Transportation Systems) bezeichnete Programm schrittweise durch die NASA vorangetrieben und Regelfrachten durch die Förderung privater Vertragspartner ausgegliedert. Dies führte auch zu einem Ressourcenpool an Fachkräften aus dem Shuttleprogramm mit einem sozial intelligenten Transfer zur Privatwirtschaft. An diesem Programm arbeitete auch Prof. von Puttkamer mit der da sagte: „Wir werden da sehr genau hinschauen wenn es eines Tages mal darum gehen wird, Astronauten mit privaten Raumfahrzeugen zur ISS zu fliegen.“ Inzwischen ist diese Utopie von damals Realität. Man legt bei COTS besonderen Wert auf mindestens 2 Konkurrenten. Inzwischen ist zumindest einer davon reichlich bekannt – SpaceX. Andere machen gerade noch ihre Hausaufgaben.

Und genau diesen Joker habe ich für die Schüler in der Tasche.

Völlig überraschend lud ich zur Tour an einen anderen Beobachtungspunkt nahe der US Space Force am Port Canaveral ein. Einige der Teilnehmer hatten nicht auf meine Anweisungen gehört und von sich aus ihre Flüge anders gebucht als vorgegeben. Sie wollten Zeit sparen und reisten bereits gestern ab. Nun sitzt also eine Handvoll übrig gebliebener im Bus und wir fahren zum Raketenstart. Die anderen sitzen im Flugzeug und dürfen nun nachdenken was für sie in Zukunft Priorität hat. Aber alle haben eine weitere Chance auf einen nächsten Startversuch der Artemis 1. Die US-Behörden haben 6 Monate die Personalien unserer eingeladenen Teilnehmer durchleuchtet und zugestimmt. Diese Personen bleiben dann auch die einzigen Ausländer, welche den Start erleben werden. Es wird sich zeigen wie stark der Wille eines jeden einzelnen dazu ist. Er ist das Auswahlkriterium.

Es geht um die gigantischen Kreuzfahrt-Terminals herum in Richtung US Airforce. Nun steht da Space Force. Das alles war also nur ein Etikettenwechsel. Die Rasenfläche am Banana-River ist noch recht leer. 3h bis zum Start. Polizisten weisen uns ein. Das alles geht recht eingespielt und kostet auch keinen Eintritt. 2 kleinere Tribünen stehen schon bereit und ein riesiges unbemanntes futuristisch aussehendes Flugzeug ist als Denkmal ausgestellt. Es stammt aus den 1950er Jahren.

Es verbleibt genug Zeit zum Einstellen der Kameras. Die übrigen Schüler und Studenten vertreiben sich die Zeit mit Kartenspielen und allerhand Konversation, sodass ich immer mal kommen und zur Konzentration aufrufen muss. Der Buffer ist eben voll, das Stresslevel bereits erreicht. Das ist für mich eine neue Erfahrung im Vorfeld eines Raketenstarts.

Es wird dunkel. Startfotos und zumal noch mit Team werden unmöglich. Der Startplatz LC 40 ist 10 Meilen (16 Kilometer) weit weg und die Rakete ist kaum zu sehen. Die Artemis ist noch etwas weiter weg, aber noch gut zu erkennen. Dennoch, für eine Fotolinse ist das alles nichts. Ich frage ob die Studenten ausrechnen können wie lange der Schall braucht, um hier anzukommen. Nach einigen Startschwierigkeiten kam die Zahl 48 Sekunden. Es wird also fast eine Minute die Rakete steigen und man hört nichts. Ich bereite sie darauf vor und gehe das Missionsprofil nochmal durch: Start, Trennung der 1. Stufe, Zündung der 2. Stufe, Landung der 1. Stufe auf dem Drohnenschiff.

Eine Landung einer Rakete! Ja das ist Joker 2. Das gibt es heute auch.

Bei T -5 Minuten beginnt der Livestream und mein Pad steht neben 6 Kameras die alles aufzeichnen. Es ist mein 2. Nachtstart. Beim ersten gingen alle Foto- und Filmversuche daneben. Es blieb ein Ereignis für die eigenen Augen und das war überwältigend. Heute soll es anders werden und ich muss viel schätzen und improvisieren, vor allem bei den Langzeitaufnahmen.

T 1 Minute, die Kameras werden der Reihe nach angeschaltet.

Start. Ein Lichtblitz zuckt durch die Lagune. Hell erleuchtet nun die ferne Rakete die Umgebung. Die wenigen Zuschauer sind außer sich und geben staunende Laute von sich. Mehr und die zirpenden Grillen sind aber nicht zu hören. Langsam steigt der Lichtstrich in der Ferne in die Höhe. Die Menge wird wieder ruhig und schaut gespannt auf das Licht. Es wirkt nun als bleibt die Rakete stehen. Aber das täuscht. Man hat im Dunkeln nur kaum einen Referenzpunkt. Der helle Strich beginnt nach einer halben Minute nach Osten, also nach rechts abzudrehen und steigt weiter. Die durchstoßenen dünnen Wolkenschleier erhellen.

Da kommt sanft ein Grummeln auf uns zu, welches schnell lauter bis zum ohrenbetäubenden Knattern wird. Nun wird es auch wieder unter den Zuschauern lauter. Ausgelassenes Gejole. Meine Kameras arbeiten im automatischen Langzeit- und Serienmodus. Ich beobachte den Livestream und wieder die Rakete. Die Flamme ist nun fast waagerecht und wird größer. Ihre helle gelbe Farbe wird  dunkelrot. Nun tritt sie aus der Atmosphäre aus. Sie ist bereits 80 km hoch.

Jesco starrt gebannt hinterher. Er ist am Ziel seiner Träume – vorerst. Auch auf der Tribüne herrscht angespanntes Gucken. Das Licht verlischt bei 2:30 min. Ein „Ahhh“ geht durch die Menge. Jetzt ist Brennschluss der 1. Stufe. Kurz darauf zündet ein neues kleineres Licht. Das ist das Marschtriebwerk der 2. Stufe, die die Nutzlast nun in die Umlaufbahn bringt. Erleichterung.

Nun ist der Himmel dunkel. Nur noch im Stream sieht man wie die Rakete nun an Fahrt gewinnt und dabei das eine Triebwerk so SpaceX-typisch hellrot glüht. Es ist mein 3. SpaceX-Start. Den ersten erlebte ich im NASA-Headquarters in Washington DC am 18. April 2013. Es war mein Geburtstag und dies der erste SpaceX start zur ISS, damals eine Fracht. Die Administratoren in diesem kleinen Kontrollzentrum, bei dem Jesco von Puttkamer immer als ISS-Direktor in der Mitte saß, staunten und sagten „a loong burn“. Immerhin schafft es SpaceX mit nur 2 Stufen zur ISS und eine davon wird zurück gewonnen.

Der zweite Start war mit Schülern am Banana Creek, auch zu meinem Geburtstag, 2018. Damals wurde das Observatorium TESS ausgesetzt. Mit dessen Hilfe hat man bis heute Tausende von Exoplaneten entdeckt, darunter 5 erdähnliche Planeten. Wir sind also nicht allein.

Ein Kreischen geht durch die Menge. Man kann einen Lichtpunkt erkennen der nach unten fällt. Das ist die 1. Stufe der wieder zurück kehrenden Falcon 9. Die Brenndauer ist nicht lang, dann erlischt das Licht wieder. Falcon 9 taucht gerade wieder in die Atmosphäre ein und dies muss abgebremst werden. Ab nun übernehmen die typischen Gitter am oberen Ende der Rakete die aerodynamische Kontrolle und leiten die Rakete auf ihrer Flugbahn.

Das Aufsetzen auf dem Drohnenschiff ist nicht mehr zu sehen. Die Erdkrümmung und der Mangovenwald am Horizont machen das unmöglich. Aber im Livestream wird ein punktgenaues Aufsetzen auf das Schiff dokumentiert. Applaus!

Jetzt löst sich die Anspannung bei allen. Die Schüler und Studenten liegen sich in den Armen und finden kaum Worte. Freude und Tränen wechseln sich ab. Emotionen werden frei. Ja so ist das, und das ist völlig richtig so. Diese 2,5 Minuten haben sich nun in das Leben eingebrannt und dafür hat sich diese ganze Mühe gelohnt. Nun haben alle einen Autopiloten im Kopf und der steuert nun viele künftige Entscheidungen anders.

Wir fahren zurück. Im Auto ist Ruhe. Auch ich staune über die Tragweite der Entscheidung von Puttkamers die vor 17 Jahren mit COTS getroffen wurde und gerade jetzt das Leben von 9 Teilnehmern lebenslang prägte. Schon am nächsten Abend beobachten wir von der Pier aus eine schwebende Lichterkette am Himmel. Starlink ist geglückt, wiedermal.

 
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