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News-Presse - News Presse Deutsch

JvP-Ersttagsbrief-80-300

"Autor - Ingenieur - Visionär & Sohn Leipzigs"

Wegen der deutschen Bundestagswahlen wird die Veranstaltung nicht am Geburtstag (22.10.13) stattfinden, sondern 2 Tage später am 24.10.13. Eingeladen sind die Presse, Weggefährten, Leser, Hörer, Fans Lehrer, Schüler und Studenten. Anmeldung auch über Facebook.

24.09.2013
International Space Education Institute, Wurzner Str. 4, 04315 Leipzig
10 Uhr (für die Punkte 1-4)

Geburtshaus, Salomonstr. 25b, 04103 Leipzig
12 Uhr (Enthüllung der Gedenktafel, Punkt 5)

10.10.2013
Wohnhaus, Monte Sano, Huntsville/Alabama
10 Uhr (für den Punkt 6)

1. Gedenkveranstaltung in Geburtsstadt Leipzig
(Reden von der NASA-Gedenkfeier in Washington, Vorsitzende Ralf & Yvonne Heckel)
2. "Jesco von Puttkamer - der Privatmensch"
(Fotogalerie mit Übergabe des "Puttkamer-Porträts" durch den Bamberger Künstler Cleff III.)
3. Ersttags-Gedenkbrief zum 80. Geburtstag
(limitierte Auflage mit 200 Jahre Völkerschlacht-Briefmarke und Poststempel vom 22.9.13)
4. Gründung der "Jesco von Puttkamer Gesellschaft e.V."
(Netzwerk für Freunde, Kollegen, Star-Trek-Fans und Leser des NASA-Wissenschaftlers
zur Fortsetzung seines Lebenswerkes)
5. Enthüllung der Gedenktafel am Geburtshaus von Puttkamers in Leipzig
6. Enthüllung der Gedenktafel am Wohnhaus von Puttkamers in Huntsville/Alabama

plate1stlettercleff

Prof. Dr von Puttkamer wurde am 22.09.1933 in Leipzig (Salomonstr. 25b) geboren. Vater Baron Jesco von Puttkamer arbeitete als Redakteur im Reclam-Verlag bis zur Emmigration in die Schweiz. Der junge Jesco suchte als Nachkriegsgeneration ein Ziel im zerstörten Deutschland und fand dies in den Träumen und Visionen die ihn der Nachthimmel bot. Mit dem festen Glauben an die Öffnung des "Tores zum Weltall" durch Technik begann er in Aachen ein Maschinenbaustudium und finanzierte dies durch selbst geschriebene Science Fiction Romane.

1962 holte ihn sein späterer Chef Wernher von Braun nach Huntsville/Alabama und der junge Diplomingenieur wurde Mitarbeiter der noch jüngeren NASA. Puttkamer lebte 12 Jahre in der "Mondraketenstadt Huntsville" und arbeitete am Apollo-Mondprogramm mit. Er berechnete die Flugbahnen der Saturn V, die Orbits der Mondumfliegungen und prüfte technische Machbarkeiten zur Wiederverwendung von Raketenstufen der Saturn V. Danach leitete er eine Arbeitsgruppe für das Skylab und war an der Sojus-Apollo-Mission als Vermittler tätig. Die Geburtsstunde und die komplette Ära der Space Shuttles sind eng mit dem Namen des Ingenieurs Jesco von Puttkamer verbunden, so auch die Planung und der ständige Betrieb der heutigen Raumstation ISS. In Deutschland kennt man den Wissenschaftler seitdem vorwiegend durch seine Sachbücher, Medienauftritte und Vorträge als NASA-Botschafter.

Der Visionär und Freund der Sci-Fi-Autoren Gene Roddenberrys und Clark Darlton (Perry Rhodan) ließ seine Ideen von der Zukunft verbunden mit dem fundierten Wissen eines Raumfahrtingenieurs in die Star-Trek-Filme und andere Werke mit einfließen. Damit gestaltete er unsere heutige moderne Gesellschaft maßgeblich mit (z.B: Handys, Touch Screens, multinationale Teams, ethische Grundwerte).

In den letzten 23 Jahren engagierte sich der 1983 in Aachen zur Honorarprofessor eingeladene Jesco von Puttkamer vorwiegend in Europa und Russland (Aufbau von Beziehungen für gemeinsame Anstrengungen der bemannten Raumfahrt), für sie ISS (On-Orbit-Status-Reports) und den internationalen Nachwuchs in seiner Geburtsstadt Leipzig. Dieser blieb er seit der Wende eng verbunden. Die Gründung des "International Space Education Institutes e.V." 2005 in Leipzig ist ein direktes Produkt aus einer langen und intensiven Erfahrungsvermittlung aus dem NASA-Hauptquartier in Washington nach Leipzig.

Auszeichnungen:

1983 Honorarprofessor an der FH Aachen (bis 2000)
1996 Ehrendoktor der Philosophie, Universität Saarbrücken
2004 "Exceptional Service Medal" der NASA
2007 "NASA Honor Award" für die gute Entwicklung der Zusammenarbeit mit Russland
2009 "Bedeutendster Deutsch-Amerikaner des Jahres", Philadelphia (GAHFUSA, Bush, Griffin)
2011 Benennung des Asterioiden "266725 Vonputtkamer" als Auszeichnung des JPL (NASA)


aktuelles Medienecho zum 80. Geburtstag:

lvz-jvp

rbb-online (60-min-Hörbeitrag): http://mediathek.rbb-online.de/inforadio/wissenswerte?documentId=17202564
MDR-Figaro: http://www.mdr.de/mdr-figaro/hoerspiel/diskurs/puttkamer104.html
LVZ: http://www.flickr.com/photos/spaceeducation/9859291815/in/set-72157632412571751


Hintergründe und Personen:

heckelJesco von Puttkamer lernte auf dem IAC (International Aeronautic Congress) in Bremen im Jahre 2003 das Paar Ralf und Yvonne Heckel kennen. Beide engagieren sich mit viel öffentlicher Sympathie für die populäre Raumfahrt als Visionsgeber und Lernmotor für die internationale Jugend. Von Puttkamer schloss beide recht schnell in sein Herz und förderte sie wie eigene Kinder bis zu seinem Tode im Dezember 2013. Es kam zu unzähligen Treffen in den USA, Europa und Russland. Von Puttkamer öffnete die Tore seiner Behörde und es folgten erstklassig geführte Schülerteams mit ausgezeichneten Ergebnissen auf NASA-Wettbewerben. Die Heckels luden im Gegenzug ihren Förderer auf zahlreiche Veranstaltungen in Russland ein und trugen somit zum Verständnis beider Behörden und deren Menschen bei. Nach einer 4-wöchigen Reise durch die USA mit intensiven Gesprächen bei der NASA-Leitung ist den Eheleuten nach Puttkamers Tod klar geworden, dass sie nun die Verantwortung der Fortsetzung seines Lebenswerkes und Weiterbelebung seines hochdotierten weltweiten Kontaktnetzwerkes tragen.

Das hier aufgeführte Engagement zum Gedenken an einen großen Wissenschaftler unserer Zeit ist von den Eheleuten Heckel und deren Bildungsverein gewidmet.

 
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Exkursionen - Moscow-Tour

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[Report-Serie "Ot Vinta" 2013: 1 2 3 4 5 6 7]

moscowEs war ein Wagnis! Die Einladung aus Moskau erreichte uns zwar über die Cluster-organisationen der Luft- und Raumfahrt-industrie (UAC/ BDLI/ ASIS), aber niemand fühlte sich für die entstehenden Kosten verantwortlich. Unabhängig davon fühlte sich keine Institution unseres Landes in der Lage ein wettbewerbs-fähiges Team diesen Niveaus für Russland zusammenzustellen. Es gibt hier weder Niveau in den Schulen noch entsprechende Förderprogramme.

Wissend um ein gehöriges Risiko aber vertrauend auf unsere Erfahrungen zahlten meine Frau und ich die nötigen 3500 Euro Kosten (Flug, Visa, Hotel, Verpflegung, Transport) aus der eigenen Tasche. Wir gingen davon aus, dass wir mit mehr Ergebnissen aus Moskau zurückkehren, als wir im Vorfeld kommunizieren konnten. Genau das ist eingetreten. Der gesellschaftliche Beitrag wurde auf höchster Ebene erbracht. Wir werden Politik und Wirtschaft nun in die Pflicht nehmen. Es gibt erste wohlwollende Ansätze dazu. Diese Reise, diese Teilnahme und deren Ergebnisse sind Erstleistungen für unser Land.

woernermedwedewWir konnten 6 russische Schulen für Austausch-programme interessieren und zusätzlich 25 Einzelschüler mit ihren Eltern bereits für definitive Aufgaben begeistern. Die russische und internationale einschlägige Politik und Industrie incl. des DLR-Vorsitzenden Herrn Prof. Dr. Jan Wörner und des russischen Premier-ministers Dimitri Medwedew haben unsere Teilnahme wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Drei Schulen traten unserem Bildungsangebot konkret mit Kollegen, Budget und bildungspolitischem Engagement bei. Für unsere heimatlichen Partner und Sponsoren war Moskau ein Abenteuer und ein Bedürfnis. Die regionalen Medien spiegelten das gern wieder:

Wir werden diese Arbeit an der Nahtstelle der Studienorientierung und Begeisterung für naturwissenschaftliche akademische Berufe für 12-18-jährige auf der ILA 2014 fortsetzen.

lvzlvz

Medienecho Leipziger Volkszeitung




Für künftige Reisegruppen mit Schülern möchten wir die folgenden Hinweise geben:

1. „Internationale Wettbewerbe“ in Russland sind russisch. Kaum jemand spricht auf diesen Veranstaltungen englisch. Man zählt Länder der ehemaligen Sowjetrepubliken bereits zum Ausland und somit begründet man das Zauber- und Werbewort „International“. Außer einem Team aus Tschechien waren wir die einzigen westlich „Internationalen“. Sie sollten unbedingt eine erfahrene russisch sprechende Begleitung dabei haben, um Missverständnisse vorzubeugen.


2. Absprachen und Verträge werden von den Organisatoren zum Ende der Veranstaltung mit schwindender Ernsthaftigkeit eingehalten. Man ließ uns am Ende der Messe mit dem Rücktransport des Moonbuggys nach Moskau allein. Ohne unsere Kontakte in Moskau und das nach 10 Jahren geschärfte Organisationstalent wäre jedes westliche Team in einem finanziellen Fiasko gelandet. Scheuen Sie sich nicht davor Ihren rechtlichen Standpunkt unmissverständlich klar zu machen und im Bedarfsfall die Botschaft (Abt. Kultur und Bildung) sofort einzuschalten.


3. Essen, Getränke und Logis müssen bei Jugendveranstaltungen normalerweise von der einladenden Institution komplett gestellt werden. Das russische Essen ist sehr nahrhaft und gesund, allerdings auch streng rationiert. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass pro Kind und Begleiter nur 0,6 Liter Flüssigkeit/Person und nicht wie üblich 2 Liter zur Verfügung standen. Es gab nur zwei zeitlich weit auseinander stehende Malzeiten pro Tag. Planen Sie unbedingt Extrabudget zur Ergänzung der Verpflegung und vor allem Flüssigkeit ein. Auch in den Bussen für die zeitweise recht langen und kaum klimatisierten Ausflüge wurden keine Trinkflaschen zur Verfügung gestellt. Im Nachhinein wären wir finanziell besser gefahren, wenn wir das übliche Hotelbuffett bezahlt hätten und nicht den verlockend geringeren Preis für rationiertes Essen zuzüglich Extraeinkäufe.


4. Das Ausstellen von Quittungen und Rechnungen ist in Russland oft ein Fremdwort. Vieles funktioniert mit Schmiergeldern und bar. Bestehen Sie bei Verlangen nach überraschenden und nicht vereinbarten Extrakosten auf eine ordentliche Rechnung und zahlen Sie erst nach Vorlage. Lassen Sie sich nicht aus Zeitdruck zur schnellen Barzahlung hinreißen.

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[Report-Serie "Ot Vinta" 2013: 1 2 3 4 5 6 7]

 
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Exkursionen - Moscow-Tour

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[Report-Serie "Ot Vinta" 2013: 1 2 3 4 5 6 7]

maiimbproscosmosdsmDiese Geschichte begann vor 7 Jahren. Im April 2007 reisten wir zum ersten Mal mit einem Moonbuggy nach Huntsville/ Alabama in die USA. Es war nur ein 4er Team. Cosma war gerade 3 Monate alt und kam mit. Sie wurde in der vergangenen Woche eingeschult. Professor von Puttkamer reiste damals extra aus Washington an um sich von unserer Arbeit als erstes internationales Team auf diesem NASA-Wettbewerb zu überzeugen. Er sagte: „Ich habe mich weit für Euch aus dem Fenster gehangen – lasst mich nun nicht da hängen!“ Es gab sogleich 2 Awards. Im Anschluss von nur 6 Wochen Abstand flogen wir mit demselben Team nach Moskau und zeigten ihnen die heiligen Hallen der russischen Raumfahrt, geleitet durch keinen anderen als den Lehrstuhlleiter für Lebenserhaltungssysteme im All, Herrn Prof. Dr. Malozemov (MAI). Es war ein 7-Tage-VIP-Programm. Es reichte vom Sternenstädtchen über Mission Control (TsUP) bis zum Mars 500 Experiment und dem Chef der Raumfahrtagentur Roscosmos (Herrn Perminov). Ein Programmpunkt war am Ende der anstrengenden Woche auch ein Auftritt in der Deutschen Schule Moskau. Unsere Schüler trugen ihre Erlebnisse von der NASA und aus Moskau vor den Klassen vor.

Bericht auf "Sterne und Weltraum", Fachzeitschrift 2007
Fotoalbum vom Besuch unserer Schüler in der DSM, 2007
Fotoalbum vom Besuch unserer Schüler in der DSM, 2013

Seit dieser Zeit ist viel passiert. Unsere Schüler von damals studieren jetzt in aller Welt und haben es erstaunlich weit gebracht. Wir haben die Moonbuggy-Konstruktion verfeinert, als Ingenieurleistung in CAD gebracht, vervielfältigt, in Schulen von 4 Ländern getestet und sind nun auf dem Weg sie als Serienbausatz für eine Schul-AG weltweit fertig zustellen. Es fehlt nun nur noch die multilinguale Dokumentation der Montage im Brustton der Schüler. Wir wollen die Begeisterung dieses Wettbewerbes und seine Herausforderungen nebst allen Vorteilen der damit verbundenen Persönlichkeitsbildung, internationalen Referenzen, praktischer Schaffensfreude allen Schülern ermöglichen, denen die neue Zeit voller Facebook, Apps und Skype kein Fremdwort ist. Es ist für uns zu einer Lebensaufgabe geworden.

dsmAus diesem Grund besuchte ich in dieser Woche mit der 7. Generation von NASA-Schülern die russische Airshow MAKS mit einem dieser weiter-entwickelten Moonbuggys. Es ist die erste volldigitale Konstruktion und der Prototyp des CAD-CAM-Schulbausatzes. Wieder steht am Ende der Woche nun ein obligatorischer und improvisierter Besuch an der Deutschen Schule Moskau auf dem Plan. Und dieser wird zum vollen Erfolg. Die Schüler, Kollegen und Schulleitung können den Ausführungen von unseren Schülerinnen Nadine und Araceli folgen. Ich muss nur selten ergänzen.

Dim lights

Zunächst fährt Araceli (15 Jahre, Mittelschülerin, 13. Platz 2013) die Schüler auf dem Moonbuggy über den Schulhof und Nadine (19 Jahre, angehende Studentin, 2. Platz 2013) instruiert die Interessenten bevor sie sich auf das Gefährt setzen dürfen. Die Mitfahrt ist wie immer für alle ein Erlebnis das sehr schnell enthemmt. Danach ist eine Infostunde im Physikraum angesetzt. Es setzen sich bereits eine Handvoll Schüler nach Schulschluss hinein und hören zu. Nadine hat nun als angehende Physiklehrerin das Zepter in der Hand. Ich führe die Stunde lediglich ein. Es hospitieren der stellvertretende Schulleiter und der Physiklehrer. Souverän steuert Nadin frei und ohne schriftliche Notizen den Unterricht. Sie baut ihren Vortrag pädagogisch schlüssig auf, bindet die Schüler mit Fragen ein, positioniert die Pilotin Araceli an die richtigen Stellen mit ein und fordert von mir aus ihrem Gedächtnis verschiedene Fotos oder Videos für die Leinwand ab. Rückfragen der Schüler steuert sie themengerecht um und strukturiert damit den Vortrag. Sie bindet die Bedürfnisse der Mädchen und Jungen mit ein und zeichnet bereits Leitbilder mit denen die Schüler etwas anfangen können. Die anwesenden Kollegen sind entzückt. Das ist wohltuend.

nadinmeldenaraceliIch schaue auch gebannt der schlanken 19-jährigen mit ihren streng nach hinten gebundenen blonden langen Haaren zu und bin ganz stolz dabei. Nadin ist bereits jetzt eine sattelfeste Naturwissenschaftslehrerin oder – Botschafterin, obwohl ihr erstes Semester erst in 4 Wochen in Dresden beginnt. Sie steckt mit jeder Faser im Geschehen und erzählt aus eigener tiefgreifender Erfahrung. Nichts von dem was sie sagt ist aufgesetzt, wirkt künstlich oder gepaukt. Sie ist absolut glaubwürdig. Es sind persönliche Momente die man als Sternstunde bezeichnen darf.

Aber auch die 15-jährige Mittelschülerin Araceli macht ihre Sache vor der Klasse gut. Nach meiner Auffassung ist sie in ihrer baden-württembergischen Heimatschule weit unterfordert. Die ist Mittelschülerin in einer 7. Klasse und stemmt hier Gymnasiums-Stoff einer 10. Klasse. Die Begeisterung unter den Schülern ist am Stundenende greifbar. Die Augen der Moskauer Jungs und Mädchen leuchten nun genauso wie der unserer beiden Mädels.

Im Mittagsgespräch mit den Kollegen und der Schulleitung wird klar, dass wir auch einiges an Logistik aufbieten können. Es macht den Einstieg für die Schule leichter und überschaubar. Wir bieten unser Moskauer Moonbuggy als Leihgabe an und allen technischen Support mit einem unserer Moskauer Ingenieure. Dipl.-Ing. Roman Tarasov fuhr dieses Moonbuggy im Vorjahr bei NASA auf den 4. Platz und ist bestens vertraut mit der Konstruktion. Er arbeitet nun in Moskau und absolvierte über unseren Verein in Leipzig einen B2-Deutschkurs mit Bestnote sowie ein 1-jähriges Praktikum als AG-Leiter. Er wird im Tandem mit dem Physiklehrer und unseren Instruktionen aus Leipzig den Erfolg dieser Arbeitsgemeinschaft in Moskau sicherstellen.

Um die Herstellung einiger Teile in russischen Handwerksbetrieben im Rahmen von Praktikas anzuschieben ist die Zusammenarbeit mit Moskauer Schulen notwendig. Hier ist Roman gleich mit mehreren polytechnischen Colleges integriert. Aber auch die Deutsche Schule Moskau besitzt da bereits Partnerschaftsanfragen aus der Umgebung. Zusätzlich sichern wir das nun entstehende interschulische Team mit handverlesenen Kandidaten aus dem russischen Jugendwettbewerb der Moskauer Airshow ab. Mir sind da ein paar ganz aufgeweckte Schüler und Schülerinnen aus den Städten Moskau, Elektrostahl und Kaluga begegnet. Ich habe sie eingeladen.

endebuggyNun muss die Zukunft zeigen, ob wir in der Lage sind die gemeinsamen Ziele auch ausgewogen umsetzen zu können – dazu immer die internationale Kooperation und den Jugendaustausch im Auge behaltend. Allerdings befürchte ich, dass dies mit der inzwischen 10-jährigen sehr exklusiven Erfahrung zwischen Washington-Leipzig-Moskau kaum Probleme bereiten wird. Wir müssen nun eine saubere mehrsprachige Dokumentation mit den Schülern erarbeiten und dieses Pilotprojekt „NASA Moonbuggy AG“ an den teilnehmenden 7 Schulen im aktuellen Schuljahr auf Erfolgskurs bringen. Nur so sehe ich eine Chance für den technisch-naturwissenschaftlichen, praktischen und ethischen Anspruch den wir uns mit diesem Projekt als Wegbereiter für unsere Jugend in der Zukunft alle stellen. Es ist die Basis für das künftige E-Buggy an Schulen und neuer Innovationen in unserer automotiven Wirtschaft.

Eine nächste Zusammenkunft wurde auf den Anfang Januar 2014 als Workshop in Moskau angesetzt. Dort werden sich unter allen involvierten Schulen aus dem russischen Gebiet die Kandidaten für den NASA-Wettbewerb im April 2014 qualifizieren. Im Gespräch mit dem stellvertretenden Schuldirektor in Moskau wurde bereits ein weiterer Moonbuggy-Besuch in der Deutschen Schule Shanghai diskutiert. Ich bin schon total gespannt darauf. In diesem Zusammenhang bin ich nun noch fester entschlossen auch die Deutsche Schule Washington mit einem Moonbuggy-Projekt in diesem Jahr zu fördern. Die teilnehmenden sächsischen Schulen werden dabei den Prüfstand für die Fernausbildung liefern.

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shakeshow

Heute geht es zum 2. Mal auf das Ausstellungs-gelände. Es ist der letzte Fach-besuchertag. Ab Morgen wird das Besucher-publikum hereinstürmen. Das offizielle Programm dieses Wettbewerbes "Auf geht´s" geht heute zu Ende. Zahlreich prominente Politiker und Wissenschaftler kommen in den Pavillipon und lassen sich die Exponate erklären. Darunter sind der Bürgermeister der Stadt Shukovski, der Vizeminister des Wissenschaftsministeriums Russlands und Kosmonauten. Besonders begehrt ist ein älterer mann mit Glatze. Er war ein Testpilot des russischen Space Shuttles "BURAN".

Dim lights

Die Schüler geben alles und überbieten sich in möglichst wissenschaftlichen Erklärungen über ihre Exponate. Dies fällt unseren Mädels angesichts des Moonbuggys dann doch recht schwer. Es ist nichts sichtbares daran was nach Rakete oder Flugzeug aussieht. Die meisten sehen zuerst ein Fahrrad und fragen sich was das hier zu suchen hat. Aber Evgeniy bemüht sich anhand der Videovorführung und den Plakaten zu erklären, dass es hier um ethische Grundwerte, internationales Teamwork, gemeinsame Schaffensfreude und Begeisterung geht. Dies ist die Basis aller Ideen in der Zukunft. Dann erklärt er welche Erfolge dieses Moonbuggy bereits vorweisen kann und an welchen Orten der Welt es bereits war. Das beeindruckt. Charmant laden unsere Mädels dann jeden Betrachter ein auf dem Moonbuggy zu sitzen und betonen, dass dieser Sitz vom Porsche-Handwerker in Leipzig extra in russischen Nationalfarben angefertigt wurde. Diese Einladung ließ sich dann doch keiner entgehen! Es entshanden sympatische Fotos.

katimayorpresentDer Pavillion füllt sich mit Schülern und Gästen. Es wird eine Award-Zeremonie vorbereitet und dabei geht es etwas chaotisch zu. Unser Stand ist mit einem Male überhäuft mit Pesenten und Kartons. Die Mädels haben Mühe das Moonbuggy sicher abzustellen. Die Leiterin des Festivals verteilt die Geschenke, welche vorwiegend aus Werbepräsenten der Sponsoren bestehen. Leider wird alles in russisch gesprochen. Man kann nicht verstehen was wofür ausgegeben wird. Die kleine Kati bekommt ein Diplom für ihr selbst gebautes Raumschiff. Ich gönne es ihr vom Herzen. Aber nach einer Weile ist kein Verteilerprinzip mehr zu erkennen. Die Schüler stürmen einfach vor und erhaschen sich was sie bekommen können. Die Leiterin verliert den Überblick. Es kommt zu Missverständnissen unter Schülern und Leitung. Schade.

boeinghoneywellchinacapsuleDa flüchten wir in die anderen Messehallen, besuchen die Stände des Raumanzug-herstellers "Svesda" und der russischen Raumfahrt-agentur "Roscosmos". Wir versuchen für Yvonne einen neuen Raumanzug zu verhandeln und kommen voran. Bei Roscosmos steht die neue Sojus-Kapsel. Sie sieht ein wenig den Apollo-Kapseln ähnlich, ist aber viel höher. Da steht auch das RD-180-Triebwerk. Dieses wurde in den 80ger Jahren eigens für den Buran gebaut. Es absolvierte mit 80.000 Teststunden die größte Testserie in der Geschichte von Raketentriebwerken und gilt als ausgesprochen sicher. Da das Buran-Programm aber nicht weiter verfolgt wurde, nutzt die NASA diese Triebwerke bis heute für die Atlas-V-Rakete. Nun sollen sie auch in der neuen Sojus-Rakete zur Anwendung kommen. Es ist eine späte Renaissance bewährter Technik und eine Hommage an deren inzwischen verstorbenen Chefkonstrukteur Valentin Glushko.

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gramotasoyuzHeute wurden die 108 Schüler aus Russland, Ukraine, Deutschland, Tschechien und Kanada zu einer Stadtrundfahrt in Moskau eingeladen. Nach einem Mittagessen ging es dann zum größten russischen Raumfahrtmuseum an der Allunionsausstellung. Schon die gigantische Rakete auf ihren noch größeren Schweif aus Titan beeindruckt alle. Das Museum ist in die Tiefe gebaut und wurde am 12. April 1981 aus Anlass des 20. Jahrestages des Fluges von Juri Gagarin eröffnet. Der Zufall wollte es, dass an diesem Tag auch der erste Space Shuttle startete. Was man damals hierzulande noch als Provokation empfand ist heute ein Glücksfall – Russland und USA haben einen gemeinsamen Raumfahrt-Gedenktag. Wer hätte das gedacht?

Zuvor aber teilt der Veranstalter die Teilnahmeurkunden an die Schüler aus. Jeder bekommt eine mit der Aufschrift „Grammota“ (Urkunde). Bei vielen leuchten nun die Augen. Es sind seltene Belege für eine besondere Lernleistung und die sind in der heimatlichen Schule hoch angesehen. Jeder der Glücklichen hat sich nun einen Platz an der „Tafel der Besten“ und damit Anerkennung vor dem Lehrerrat und bei künftigen Bewerbungen erkämpft. Ob das bei unseren Schülern zu Hause ebenso gesehen wird?

lazutkinautogramme

Am Eingang empfängt der Museumsdirektor persönlich. Es ist der ehemalige Kosmonaut Alexander Lasutkin. Er steht da im Anzug mit Orden „Held Russlands“ und schüttelt die Hände. Lasutkin verbrachte viele hundert Tage auf der Raumstation MIR und trainierte für die ISS. Aus gesundheitlichen Gründen musste der junge Familienvater das schwere Training jedoch im Jahre 2004 abbrechen. Heute fördert er nachfolgende Generationen, beantwortet Fragen, zeigt die Technik und fährt mit kleinen Gruppen Extrem-Exkursionen zum Raketenstartplatz in Baikonur.

Die Kids kleben an seinen Lippen als sie ihm im Audimax zuhören dürfen. Souverän und mit höchstem Respekt beantwortet er selbst die verrücktesten Fragen der Schüler. Leider passiert das alles in Russisch – nicht in Englisch. Evgeniy übersetzt eifrig. Danach können die ausgestellten Raumfahrzeuge bestaunt werden. Alles ist sauber und auf Hochglanz poliert. Dieses Museum steht jenen in Huntsville und Washington in nichts nach und dennoch birgt es völlig andere Geräte. Da sind der Mondrover „Lonochod“, die russischen Mondraketen, die Sonden „Luna“, „Venere“ und „Mars“, sowie die unzähligen russischen Raumstationen von „Almaz“ über „Salut“ bis „MIR“ und „ISS“. Diese Raumfahrtgeschichte ist wenigstens ebenso beachtlich wie jene in Huntsville und Washington.

lunochodmirDer Kosmonaut Alexander Lasutkin lässt geduldig die vielen Autogramm- und Fotowünsche der Schüler über sich ergehen. Dann verabschiedet wer sich höflich. Ich laufe ihm mit unseren Schülerinnen nach. An einer Stelle wo wir nicht von den Autogrammjägern gesehen werden, wendet er sich uns höflich zu und zwinkert mir mit dem rechten Auge zu. Jetzt verstehen ihn auch unsere Schülerinnen, er spricht englisch. Nadin und Araceli kommen auch gleich zur Sache: „Wir haben unter vielen Mühen ein NASA-Moonbuggy mit nach Moskau gebracht. Dieses stand im vergangenen Jahr im Space Museum in Huntsville neben dem Apollo Mondrover. Es ist nun an der Zeit, dass dies auch in diesem Museum geschieht. Hier steht der russische Mondrover. Es wäre eine Geste und Einladung an unsere Generation und die Zukunft.“

r7Lasutkin vergräbt sein Gesicht in beiden Händen: „Mädels, wisst ihr was das für ein Wunsch ist? Das hier ist ein staatliches Museum und für solch eine Erlaubnis muss ich viele Anrufe tätigen“. Nadin antwortet salopp: „Na wenn´s weiter nichts ist!“ und lacht dabei. Lazutkin denkt nach und sagt: „Na mal sehen“.

Es ist die Art der Schüler sich zielbewusst und entschlossen zu geben, Probleme spielerisch als Herausforderungen zu sehen und keine Angst zu haben sich zu äußern. Dieses Verhalten steckt an. Es ist der Spirit und der Sporn für uns erwachsene Generation sich für die Zukunft einzusetzen. Ohne dies wäre nichts möglich.

Wir planen nun das Moonbuggy nach der Airshow in Moskau zu lassen – auf Warteschleife für eine Ausstellung im größten russischen Museum für Kosmonauten. Dazu nehme ich sofort Kontakt zur Deutschen Schule Moskau und zur Botschaft Abteilung Bildung und Kultur auf. Wir setzen die Termine auf den übernächsten Tag.

Den Abend genießt unsere kleine Reisegruppe die Allunionsausstellung. Das ist ein historisches Messegelände mit vielen schönen verzierten Messehallen, einem Park und ausladenden Flächen für Fahrgeschäfte, Buden und Freisitze. In der Mitte steht eine Gagarin-Rakete. Bei Abendlicht machen wir schöne Fotos davor. Der Tag geht ereignisreich und fußlahm zu Ende.

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